Going Zero Waste – Erfahrungen nach drei Monaten

Meinen Blog Going Zero Waste Bern gibt es nun seit drei Monaten. Jede Woche habe ich mich mit einem Zero Waste relateten Thema auseinander gesetzt. Zeit für Zwischenbilanz: was funktioniert gut, was nicht und was will ich noch angehen?

Was funktioniert gut?

  • Getränkeflaschen. Ab und zu habe ich Lust auf Cola light. Ansonsten brauche ich kaum noch PET-Flaschen. Welche Alternativen ich gut finde, könnt ihr im Beitrag Flaschen für unterwegs und Pimp my water nachlesen.
  • Gemüse und Früchte. Gemüse und Früchte kaufe ich selten mit einem zusätzliches Säckli, sondern in wiederverwendbaren Beuteln (s. auch den Beitrag Wiederverwendbare Beutel). Salat ist beim Grossverteiler meistens nur in Plastik erhältlich. Deshalb kaufe ich den auf dem Markt. Ich habe einen Weg gefunden, den Marktbesuch so in meinen Alltag zu integrieren, dass er kaum zusätzlich Zeit beansprucht.
  • Viele weitere Nahrungsmittel wie Nüsse, Quinoa oder Kaffee kaufe ich nun im Lola Laden (s. auch LOLA unverpackt). Eva’s Apples hat auch eine Unverpackt-Abteilung.
  • Food Waste. Ich werfe sehr selten Essen weg und unterstütze auch die  (Anti) Food Waste – Projekte in Bern finanziell oder materiell.
  • Putztücher. Haushaltstücher aus Papier brauche ich kaum mehr. Als Serviette verwende ich nun Stofftücher, zum Abstauben Mikrofaser und mein Mann hat neu veganes Fensterleder gekauft.
  • Zeitungen und Newsletter. Die meisten Zeitungen und Newsletter habe ich abbestellt. Die Zeitung Anzeiger kann man offenbar nicht abbestellen, da es das offizielle amtliche Publikationsorgan ist. Neu habe ich mir auch ein Tablet gekauft und werde versuchen Bücher nur noch in soft zu kaufen.

Was funktioniert (noch) nicht gut?

  • Sojaprodukte. Inzwischen esse ich weniger Tofu und Sojajoghurt nur in grossen Bechern. Ich produziere also weniger Abfall durch Sojaprodukte als auch schon. Mir ist jedoch leider immer noch keine verpackungsfreie Alternative bekannt.
  • Essen unterwegs. Wie ich im Blogeintrag Behälter für festen Food beschrieben habe, gibt es verschiedene gute Behälter und die benutze ich auch häufig. Das Problem ist eher, was man in diesen Behältern transportiert. Natürlich kann man den ganzen Tag Brot und Früchte essen ohne zusätzlichen Abfall zu produzieren. Ich möchte aber, dass ich mich nicht nur Zero Waste-mässig, sondern auch gesund, ausgewogen, bio, regional, vegan und figurverträglich ernähre und da komme ich an meine Grenzen und zwar insbesondere dann, wenn ich mehrmals nacheinander unterwegs esse. Das Hauptproblem ist für mich der Dienstag. Dienstags arbeite ich in Basel.  Klar, mein Blog heisst Zero Waste Bern, nicht Basel. Aber natürlich ist es mir auch ein Anliegen in Basel keinen unnötigen Abfall zu produzieren. Das klappt noch nicht so ganz. Denn wenn ich in Basel arbeite, esse ich meistens das Frühstück und das Abendessen im Zug, das Mittagessen im Büro. Zwar gibt es in der Nähe meines Büros verschiedene Einkaufsmöglichkeiten, leider aber nicht verpackungsfrei. Auf ihrer Homepage gibt die Migros an, dass man beim Take Away am Basler Bahnhof Mehrwegschalen kaufen und wieder einsetzen kann. Ich bin dort vier Mal nachfragen gegangen – diese Schalen gibts dort nicht oder nicht mehr.  Deshalb muss ich für drei Mahlzeiten Vorbereitungen treffen, wenn ich nach Basel gehe. Das ist also viel Essen, das ich mit mir rumschleppen muss und das durch den Tag auch noch frisch bleiben soll … Auch habe ich gemerkt, dass ich wesentlcih besser kochen lernen muss, damit es für mich realistisch ist, kein Take Away einzukaufen. Denn wenn man schon die ganze Zeit unterwegs ist, dann will man wenigstens gut essen und wenn ich dann am faden und kalten Brokkoli rumkaue und keine Gewürze dabei habe, dann macht mich das traurig. Besser funktioniert hat da Quinoa/Gurkensalat. Interessant sind auch die Rezepte von Eat This. Falls ihr feine, vegane Rezepte für Menus kennt, die man kalt unterwegs essen kann, da wäre ich sehr interessiert daran.
  • Trinkröhrli. Ich habe zwar Röhrli aus Edelstahl gekauft, vergesse aber immer die mitzunehmen und vergesse auch oft an der Bar zu sagen, dass ich kein Röhrli will.

Was will ich noch angehen?

  • Putzsachen. Ich plane, mir die Putzmittel selbst zu mixen oder im Lola Laden unverpackt zu kaufen.
  • Kosmetik und Körperhygiene. Dieses Thema habe ich bislang eher ausgeklammert. Zurzeit bin ich jedoch daran, verschiedene Deos auszuprobieren. Demnächst werde ich auch das Thema Body Lotion angehen.
  • Online-Shopping. Ich habe meine Online-Shopping Frequenz schon stark reduziert. In Zukunft werde ich vermehrt nachfragen, ob der jeweilige Anbieter die Ware auch unverpackt oder zumindest recyclebar zuschicken kann.
  • Papier im Büro. Die PHBern gibt an, papierloses Arbeiten zu fördern. Das Problem ist, dass ich bei der Arbeit keinen Labtop, sondern einen Desktop Computer habe. Zudem arbeiten die meisten ArbeitskollegInnen in einem anderen Gebäude. Für Besprechungen bleibt mir also nichts anderes übrig, als meine Notizen auszudrucken. Das ist nicht wirklich papierlos. Zukünftig werde ich versuchen mein privates Tablet mitzunehmen. Ansonsten ist die PHBern ein super Arbeitgeber, wirklich.
  • Reisen. Seit ich mit Going Zero Waste begonnen habe, war ich kaum in den Ferien. Ich bin gespannt, wie Zero Waste beim Reisen, insbesondere mit Flugzeug, funktionieren wird.

Fazit

Ich konnte in den letzten drei Monaten bereits viel Abfall vermeiden. Natürlich geht noch mehr und natürlich werde ich weiter daran arbeiten. Zu Bedenken ist, dass ich keine radikale Veränderung eingeführt habe, sondern mir allmählich neue Verhaltensweisen angewöhnt habe. Andere werden sicher viel schneller dem Ziel Zero Waste entgegen kommen.

4 Antworten auf “Going Zero Waste – Erfahrungen nach drei Monaten”

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