Food Waste: die Tipps der Tipps

Diese Woche beschäftige ich mich mit dem Thema Food Waste, also der Lebensmittelverschwendung.

Rund ein Drittel unserer Nahrungsmittel landen im Müll (für weitere Infos s. www.foodwaste.ch). Das sind mehr als 2 Tonnen jährlich. Fast die Hälfte dieses Food Waste wird von privaten Haushalten produziert. Zwar lässt sich unser Nahrungsmittelabfall zu grossen Teilen kompostieren und beispielsweise für Dünger oder Biogas einsetzen. Allerdings ist es schade, so grosse Mengen an Nahrungsmittel wegzuwerfen. Unser Food Waste ist nicht nur eine Geldverschwendung, sondern auch eine unnötige Belastung für die Umwelt. Zudem treibt er die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe, die letztlich Mitschuld sind am Hunger in ärmeren Ländern.

Wie kann jeder einzelne von uns Food Waste vermeiden oder zumindest einschränken?

Um dem auf die Spur zu gehen, habe ich mich mal im Netzt so umgesehen. Ich bin ja bei Weitem nicht die einzige Zero Waste Bloggerin. Wasteland Rebel  hat sogar eine Weltkarte mit allen ihr bekannten Zero Waste Bloggern zusammengestellt. Es sind dies 51 an der Zahl. Ich habe mir all diese Blogs genauer angeschaut. Mich interessierte insbesondere welche Tipps sie geben, um Food Waste zu vermeiden.

Diese Tipps habe ich in einem ersten Schritt zusammengetragen und nach inhaltsanalytischen Kriterien (Mayring, 2003)* ausgewertet.

Von den 51 auf Wasteland Rebel aufgeführten Bloggern funktionierten sechs Links nicht bzw. erforderten eine Zugangsberechtigung durch den Blogger. Von den restlichen 45 Bloggern gaben 26 Tipps um Food Waste zu vermeiden. Das tönt vielleicht nicht nach besonders viel. Allerdings stellte das Thema Zero Waste bei einigen diesen Bloggern nur einen Teil des Blogs dar oder sie konzentrieren sich auf spezifische Themen wie Plastik. Auch war ich mir bei einem finnischen und einem dänischen Blog nicht ganz sicher, ob sie wirklich keine Aussagen zu Food Waste machen.

Aus den Tipps der 26 Blogger zum Thema Food Waste habe ich induktiv Kategorien gebildet. In der unten stehenden Abbildung werden diese Kategorien dargestellt. In einem weiteren Schritt habe ich bei jeder Kategorie dokumentiert, wie viele der Blogger dazu Tipps geben.

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Am häufigsten wurden Tipps zum Umgang mit Resten gegeben (in der Abbildung blau gekennzeichnet). Die Tipps reichten von sehr allgemeinen Aussagen, wie „use what you buy“ („brauche was du kaufst“; The Zero Journey) bis hin zu konkreten Rezepten. Beispielsweise empfiehlt Blogger Zero Waste Familie Bananen zum Schuhe Putzen zu verwenden. Andere geben Tipps zum Lagern von Nahrungsmittel. Ein Blogger verwies auf die australische Website Foodwise. Dort werden Empfehlungen zur korrekten Lagerung häufig weggeworfener Nahrungsmittel gegeben.

Häufig genannt wurden Tipps dazu, wie man durch überlegtes Einkaufen Food Waste vermeiden kann (in der Abbildung braun). So wurde von sieben Bloggern empfohlen, grundsätzlich weniger einzukaufen als man denkt, dass man braucht. Von 6 Bloggern wurde geraten, einen Menuplan für die ganze Woche zu erstellen. Dieser Tipp kam insbesondere von Personen, die das Einkaufen für eine ganze Familie managen. Je fünf Blogger empfahlen vor dem Einkaufen gut zu prüfen, was bereits vorhanden ist und eine Einkaufsliste zu erstellen.

Vier Blogger legten nahe, das eigene Verhalten zu analysieren und zu überdenken (orange abgebildet). Beispielsweise soll man für ein bis zwei Wochen den eigenen Foodwaste dokumentieren, um zu eruieren, ob es gewisse Lebensmittel gibt, die man regelmässig wegwirft.

Interessant fand ich auch die Tipps zum Eigenanbau, die von vier Bloggern genannt wurden (grün abgebildet). So erklärt beispielsweise  The Rogue Ginger  wie man aus alten Pflanzenresten neue Planzen zaubert.

Von drei Bloggern wurden Aussagen gemacht, dass man das auf den Produkten angegebenen Haltbarkeitsdatum nicht allzu ernst nehmen soll. Empfohlen wurde, auf die eigenen Instinkten und Sinnen zu vertrauen um zu entscheiden, ob etwas noch geniessbar ist oder nicht.

Vereinzelt wurden Hinweise zu Anti-Food-Waste Projekten aus der Umgebung gegeben. Beispielsweise gibt es in Deutschland das Projekt  Foodsharing das sich dem Austausch nicht mehr ganz frischer, jedoch noch geniessbarer Nahrungsmittel verschrieben hat.

Durch diese Analyse habe ich also eine ganze Palette verschiedener Tipps und Hinweise erhalten. Mein Ziel der nächsten Wochen ist es nun, diese Tipps auszuprobieren.

 

 

 

 

Literatur

Mayring, P. (2003). Qualitative Inhaltsanalyse (8. Auflage). Weinheim: Beltz Juventa.

 

 

*für meine ArbeitskollegInnen: ich habe das weder mit MAXQDA noch mit Atlas Ti ausgewertet, sondern Old School mit Excel. Es gingen also keine Arbeitsressourcen für diesen Blog drauf.

 

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