Flaschen für unterwegs

Diesen Monat werde ich beruflich recht viel unterwegs sein. Dadurch bietet sich für mich die ideale Gelegenheit, Zero Waste nicht nur zu Hause, sondern auch als Pendlerin auszuprobieren. An den Bahnhöfen gibt es zwar eine grosse Auswahl an Getränken und Esswaren, allerdings ist das meiste davon verpackt in Einweggeschirr oder –flaschen. Dadurch fällt viel Abfall an, den man gegebenenfalls vermeiden könnte. Doch wie? In diesem Beitrag befasse ich mich mit Alternativen für Einweg-Getränkebehälter und -flaschen. Alternativen für Einweggeschirr werde ich in einem späteren Beitrag behandeln.

Als ich mich noch nicht mit Zero Waste auseinander gesetzt habe, habe ich pro Tag locker zwei 5 dl PET-Flaschen und einen Kaffeebecher verwendet und weggeworfen. Bei 260 Arbeitstagen pro Jahr (Referenz: 2016) führt das zu 520 PET-Flaschen und 260 Kaffeebechern. Das ist eine beachtliche Anzahl. Klar, man kann die meisten Einweg-Getränkeflaschen recyceln. Allerdings benötigt die Herstellung und Weiterverarbeitung der Flaschen eine grosse Menge an Energie und Wasser. Zudem lassen sich Einweg-Getränkeflaschen relativ einfach vermeiden.

Es gibt ein breites Angebot an Flaschen, die für den mehrfachen Gebrauch gedacht sind. Wie wählt man?

Folgende Faktoren halte ich für relevant:

  • Qualität des Materials. Billig produzierte Getränkeflaschen enthalten gesundheitsschädigende Stoffe wie Bisphenol A, Phthalate oder Blei (Porta & Lee, 2012). Die Qualität des Materials ist auch entscheidend dafür, wie häufig man die Flasche wieder verwenden kann und ob die Flaschen dicht sind.
  • Gewicht. Klar, man kann eine gefüllte Glasflasche beim Grossverteiler kaufen und die immer wieder verwenden. Das halte ich auch so im Büro. Für unterwegs sind diese Glasflaschen allerdings meist zu schwer. Es gibt jedoch leichtere Alternativen.
  • Grösse: Fürs Training bin ich froh, wenn ich eine Flasche für mindestens einen Liter habe. Auch Kaffee trinke ich eher viel, deshalb muss da ein grosser Becher her.
  • Verstauungsmöglichkeit. Ich hab meist viel Gepäck bei mir. Da mag ich es nicht, wenn Flaschen noch zusätzlich Stauraum beanspruchen. Verschiedene Behälter kommen diesem Bedürfnis entgegen und sind faltbar.
  • Waschbarkeit. Flaschen mit einem dünnen Flaschenhals bringt man nur schlecht sauber, wenn man sie für anderes als Wasser verwendet. Einige Flaschen eignen sich gemäss Angaben der Hersteller für die Waschmaschine, andere nicht. Mein Mann ist jedoch der Meinung, dass Flaschen grundsätzlich nicht in die Waschmaschine gehören und bat mich folgende Waschtipps in den Beitrag aufzunehmen: Mit sehr heissem Wasser ausspülen, eventuell etwas Spülmittel oder Essigreiniger verwenden. Einige schwören auf Gebissreinigungstabletten (Kukident, etc.). Es gibt sogar spezifische Tabletten zum Reinigen von Flaschen, zum Beispiel von Sigg: https://www.amazon.de/Sigg-7990-00-Bottle-Clean-Tabletten/dp/B000R7NK7Q Den Tipp mit dem Ausspülen finde ich wertvoll. Die Reinigungstabletten sind jedoch nicht wirklich mit den Zero Waste Prinzipien vereinbar und offenbar auch nicht unbedingt notwendig.
  • Verwendungszweck. Möchte ich die Getränke warm halten oder nicht? Möchte ich die Behälter auch in die Mikrowelle stecken können? Was will ich darin halten? Flaschen nehmen zum Teil den Geschmack des Inhaltes an. Das kann stören.
  • Recylingmöglichkeit. Wenn man den Behälter mehrfach verwenden kann, ist das super. Wenn man ihn noch recyceln kann, noch besser.
  • Herstellung. Idealerweise werden die Behälter in der Schweiz hergestellt oder unterstützen soziale Projekte. Idealerweise werden auch bei der Herstellung die Zero Waste Prinzipien berücksichtigt.

Getränke-Behälter für Kaltes

  • Squeasy: Diese Schweizer Firma verkauft leichte, faltbare Flaschen in verschiedenen Farben und Grössen (0.3-0.7 Liter) und sind leicht. Sie bestehen zu 100% aus Polypropylen, enthalten also keine gesundheitsschädigenden Stoffe. Die Flaschen sind in der Spülmaschine waschbar und können sogar recycelt werden. Sie eignen sich vor allem für stilles Wasser. Füllt man Flüssigkeiten mit zusätzlichem Geschmack ein, wird die Flasche auch noch nach mehrmaligem Waschen danach riechen. Ein Nachteil bei diesen Flaschen ist, dass die Deckel nicht besonders dicht sind. Die Verkaufsstellen sind unter folgendem Link aufgeführt: http://www.squeasy.ch/de/mediadir?cid=182 Auch die Universität Bern verkauft solche Flaschen.
  • Meine Lieblingsflasche habe ich bei https://myequa.com.  Toll an diesen Flaschen ist, dass sie aus dünnem und leichtem Glas bestehen. Da sie aus Glas sind, kann man sie problemlos für Tee oder andere Getränke mit Geschmack verwenden ohne dass der Geschmack länger als gewollt haften bleibt. Durch den breiten Flaschenhals sind sie problemlos waschbar. Auch die soziale Ader wird bedient: 10% des Betrags werden einer non-profit Organisation gespendet. Auch achten sie auf umweltfreundliche Produktion. Negativ ist, dass die Flaschen in Slowenien hergestellt und von da aus zugeliefert werden. Das heisst, beim Transport fällt Abfall an. Ähnliche Flaschen aus der Schweiz gibt es beispielsweise von Fill-me, erhältlich bei changemaker in der Spitalgasse 38, Bern.
  • glasdesignbern.ch: Dies ist ein Betrieb vom Kompetenzzentrum Arbeit KA Bern. Das heisst, der Betrieb gibt Sozialhilfeempfängern Arbeitsplätze. Diese Flaschen werden aus Altglas hergestellt (Upcycling). Man kann die Flaschen auch personalisieren. Da die Flaschen aus Glas sind, bleibt der Geschmack nicht haften und die Flaschen sind gut waschbar. Allerdings ist der Flaschenhals recht eng, weshalb sie in der Waschmaschine wohl nicht sauber werden. Zudem sind die 1 Literflaschen mit 600 Gramm leer relativ schwer und eignen sich deshalb weniger für unterwegs. Insgesamt finde ich es jedoch eine super Sache und für zu Hause schaffe ich mir gerne solche Flaschen an.
  • Klean Kanteen produziert verschiedene Behälter aus Stahl, die sich auch praktisch am Rucksack oder am Velohalter befestigen lassen. Sie sind spülmaschinenfest. Man kann auch nur den Deckel kaufen. Erhältlich Transa in Bern.

Getränke-Behälter für Warmes

Bei Getränke-Behälter für Warmes stellt sich die Frage, wie viel Zeit zwischen dem Einfüllen des Warmgetränkes und dessen Konsum liegt. Ist diese Zeitspanne relativ kurz, kann an auch die normale Tasse mitnehmen, zumindest wenn man nicht auf den Zug rennen muss und dadurch den heissen Kaffee verschüttet.

Ist die Zeitspanne etwas grösser, lohnt es sich einen Thermobecher oder eine Thermosflasche zu verwenden. Da gibt es sehr viele Produkte. Meinen Thermobecher habe ich geschenkt bekommen und den habe ich schon sehr lange. Er hat einen doppelwandigen Edelstahl Isolierkolben. Ähnliche Produkte gibt es beispielsweise im Loeb, im Globus oder bei www.galaxus.ch . Im Globus findet man zudem schicke Thermosflaschen in 24 verschiedenen Farbdesigns. Vom KTipp als Testsieger erkoren wurde die Flasche Thermos, die man beim www.outdoorshop.ch oder www.campz.ch kaufen kann. Weitere Infos unter www.ktipp.ch (leider kostenpflichtiger Beitrag).

Bei den Thermosflaschen gibt es grosse Unterschiede was das Gewicht betrifft. Deshalb sollte man vor dem Kauf die Flasche leer in der Hand halten. Wichtig ist, dass man nach dem Waschen den Behälter offen lagert, damit sich keine üblen Gerüche oder sonst was ansammelt.

Eben, es gibt ganz viele verschiede Thermosbecher oder Thermosflaschen. Bei meinen Recherchen habe ich jedoch nirgends einen Hinweis gefunden, was die genaue Herstellung betrifft, bzw. inwiefern bei der Herstellung auf die Zero Waste Prinzipien geachtet wurde. Eventuell habt ihr da weitere Hinweise? Die wären sehr willkommen.

Literatur

Porta, M., & Lee, D. H. (2012). Review of the science linking chemical exposures to the human risk of obesity and diabetes. A CHEM Trust report. Download unter http://www.chemtrust.org.uk/obesity-and-diabetes/

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