Mein Abfall der letzten Woche

Welchen Abfall kann ich vermeiden?

Um das herauszufinden, muss ich zuerst wissen, welchen Abfall ich überhaupt produziere. Deshalb schaue ich mir meinen eigenen Ghüder mal genauer an.

Folie1

Was ihr hier seht ist mein Abfall, den ich in der vergangenen Woche zu Hause weggeworfen habe. Nicht abgebildet ist der Abfall, den ich unterwegs oder im Büro produziert habe und natürlich auch nicht der Abfall, der in der Produktion der Güter, die ich konsumiert habe, angefallen ist. Auch nicht abgebildet ist der Abfall, den ich recycelt habe. Dazu ein anderes Mal.

Was haben wir da?

  1. Joghurtbecher. Joghurtbecher sind meist umgeben mit einem Karton, den man einfach entfernen kann und den ich auch in der Papiersammlung entsorge. Das Plastik darunter kann man jedoch nicht recyceln. Da ich mind. 1 Joghurt pro Tag esse, fällt da einiges an Becher an. Für Personen, die Milchjoghurts essen, besteht die Möglichkeit Joghurt in Glasbehältern zu kaufen. Für vegane Produkte habe ich diese Option nirgends gesehen.
  2. Getränkekarton Soja- und Hafermilch (Tetrapak). Bis vor kurzem gab es noch keine Möglichkeit, Tetrapak zu recyceln. Nun hat sich der Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz dem Problem angenommen. Ziel ist, Abgabestellen für Tetrapak bis Ende 2017 schweizweit zu errichten. Wo dies im Moment umgesetzt ist, ist unter folgender Seite ersichtlich: http://www.getraenkekarton.ch/sammlung . Leider gibt es im Raum Bern im Moment noch keine Sammelstelle.
  3. Verpackung Tofu. Ich mag Tofu sehr und esse insgesamt zu viele Sojaprodukte, ich weiss. Das heisst meinen Tofukonsum könnte ich generell reduzieren und durch andere feine proteinreiche Produkte ersetzen, die auch noch weniger Müll produzieren.
  4. Kaffee. Da gibt es bestimmt Zero Waste Alternativen. Die werde ich prüfen.
  5. Tee. Ich weiss, dass man beim http://www.laenggasstee.ch ohne Verpackung Tee kaufen kann. Aber zuerst will ich den Tee, den ich noch habe, aufbrauchen.
  6. Kaugummi. Ich dachte immer, dass Kaugummikauen sehr schlecht für die Zähne ist, jedoch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit erhöhe. Offenbar sind beide Annahmen nicht korrekt. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Kaugummikauen unter bestimmten Bedingungen durchaus positive Effekte auf die Mundhygiene und dadurch auch auf die Zähne haben kann (Imfeld, 1999). Gemäss der Studie von Rost, Wirthwein, Frey und Becker (2010) hat das Kaugummikauen tendenziell einen negativen Effekt auf die Konzentrationsfähigkeit hat. In diesem Blog geht es jedoch um Zero Waste. Meine Analysen illustrieren, dass Kaugummikauen Abfall produziert. Schlucken darf man die Kaugummis ja nicht, und die Verpackung aus Plastik bestimmt auch nicht. Eventuell gibt es Alternativen ohne Verpackung. Das werde ich demnächst überprüfen. Im Hinblick auf Zero Waste ist es auf jeden Fall irrsinnig, wenn jeder einzelne Kaugummi separat verpackt ist.
  7. Verpackung Schokolade. Auch hier gibt es sicher Zero Waste Alternativen. Dem werde ich nachgehen.
  8. Verpackung Salat. Ich esse Unmengen an Salat. Pro Tag ca. 250 Gramm. Ich kaufte ich den Salat immer im Coop und in der Migros, und zwar in Plastik abgepackt. Ich habe mich nun entschieden, dazu auf den Markt zu gehen. Beispielsweise gibt es auf dem Bärenplatz täglich Gemüsestände, die auch Salat verkaufen. Folgende Website gibt einen Überblick, wo wann welcher Markt in Bern stattfindet: http://www.marktbern.ch/maerkte-in-bern/
  9. Verpackung Beeren. Ja, Beeren könnte ich auf dem Markt auch ohne Verpackung kaufen.
  10. Verpackung Oliven. Die könnte ich eigentlich auch im Glas kaufen. Eventuell gibt’s die auch auf dem Markt.
  11. Haushaltspapier. In den letzten Monaten habe ich den Gebrauch an Haushaltspapier stark eingeschränkt. Aktuell verwende ich sie noch um Oberflächen aus Glas (Fenster, Spiegel, Tisch) zu säubern. Da gibt es Alternativen und die werde ich in den nächsten Wochen angehen.
  12. Kaputtes Mäppli. Ich kaufe sicher keine neuen Mäppli mehr. Ich hab genug davon und mein langfristiges Ziel ist ohnehin paperless. Dieses Exemplar war so beschädigt, dass ich es nicht mehr verwenden will.
  13. Korken. Korken lassen sich entsorgen. Es gibt verschiedene Sammelstellen. Wo genau die sind, erfährt man auf der Recycling Map: http://recycling-map.ch/de/karte/ . Alternativ kann man die Korken auch per Post einsenden. Weitere Informationen unter http://www.swissrecycling.ch/wertstoffe/korken/
  14. Kassenzettel und Preisetiketten. Wenn man die Einkäufe auf dem Markt erledigt, erhält man dort in den meisten Fällen auch keinen Kessenzettel und keine Preisetiketten. Die lassen sich also vermeiden.
  15. Tab Waschmaschine. Es gibt auch Tabs für die Waschmaschine, die keinen Plastikschutz benötigen. Allerdings sind Tabs ohnehin nicht sehr umweltschonend. Ich werde deshalb bessere Alternativen prüfen.
  16. Zahnseide. Vegane, plastikfreie und kompostierbare Zahnseide gibt es offenbar nicht, wie die Bloggerin Wasteland Rebel zusammenfasst: http://wastelandrebel.com/de/plastikfreie-vegane-und-kompostierbare-zahnseide/ . Dort aufgeführt sind auch nicht-vegane Alternativen wie beispielsweise die Zahnseide aus Naturseide mit Bienenwachs. Offenbar gibt es Leute, die die eigenen Haare als Zahnseide verwenden. Aber das werde ich bestimmt nicht machen. Und ist das dann noch vegan? 😉

So, meine Analysen ergaben, dass ich viel Abfall produziere und ich vieles davon zukünftig vermeiden kann und werde.

Allerdings landet heute schon wesentlich weniger Abfall in meinem Sack als noch vor wenigen Monaten. Insbesondere folgende zwei Änderungen möchte ich hervorheben:

  • Rüstabfälle und Speisereste. Seit 2015 lassen sich diese Abfälle auch in der Grüngutsammlung entsorgen. Wir sammeln Rüstabfälle und Speisereste in einem kompostierbaren Säckli und können sie im Grüngut-Container unseres Mehrfamilienhauses entsorgen. Unter folgender Website sind Informationen, erhältlich wie man zu so einem Container kommt und wie viel das kostet: http://www.bern.ch/themen/abfall/kehrichtabfuhr/grungutsammlung . Dort wird auch vorgerechnet, dass es im Schnitt kostengünstiger ist die Rüst- und Speiseabfälle via Grüngutsammlung als via gebührenpflichtigem Abfallsack zu entsorgen. Rüst- und Speiseabfälle zu kompostieren ist also nicht nur umweltschonend, sondern auch gut fürs Portemonnaie.
  • Hygieneprodukte. Ich bin noch froh, musste ich das nicht abbilden. Das wäre recht übel gewesen. Auf jeden Fall brauche ich seit ein paar Monaten die Menstruationsbecher und finde sie super. Weitere Infos unter http://www.menstruationsbecher.ch

Literatur

Imfeld, T. (1999). Chewing gum – facts and fiction: A review of gum-chewing and oral health. Critical Reviews in Oral Biology & Medicine, 10, 405–419. doi: 10.1177/10454411990100030901 http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/10454411990100030901

Rost, D. H., Wirthwein, L., Frey, K., & Becker, E. (2010). Steigert Kaugummikauen das kognitive Leistungsvermögen? Zwei Experimente der besonderen Art. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 24, 39-49. doi: 10.1024/1010-0652/a000003 http://econtent.hogrefe.com/doi/abs/10.1024/1010-0652/a000003

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