Zero Waste und die 5 R

Zero Waste heisst übersetzt „null Abfall“ oder „null Verschwendung“. Der Begriff und die soziale Bewegung als Ganzes wird stark geprägt durch die Amerikanerin Bea Johnson. Bea Johnson wuchs in Frankreich auf. Sie kam als Au Pair in die USA, lernte dort ihren Mann kennen, mit dem sie und ihre zwei gemeinsamen Söhne in Kalifornien lebt. Bea Johnson hat verschiede Bücher zum Thema geschrieben und gibt auf ihrer Homepage www.zerowastehome.com Tipps wie man den eigenen Abfall reduzieren kann. Eine ihrer Hauptmessages ist, dass man Abfall am besten reduzieren kann, wenn man die 5 R einhält.

Ablehnen. Gemäss Bea Johnson reduziert man den eigenen Abfall am effizientesten, wenn man unnötige Produkte gar nicht erst kauft oder akzeptiert, also ablehnt. Beispielsweise bringt man einen „Keine Werbung“ Kleber am Briefkasten an oder verzichtet beim Gemüse- oder Früchtekauf auf die Plastiktaschen.

Reduzieren. Ist ablehnen nicht möglich, soll man versuchen, den Abfall zu reduzieren. Das bedeutet, Anschaffungen nur auf das Nötigste zu beschränken und den Konsum dadurch einzuschränken.

Wiederverwenden. Den Nutzen der Gegenstände kann erhöht werden, wenn sie wiederholt verwendet werden. Beispielsweise müssen Kleider nicht neu gekauft werden, sondern können in Second Hand Läden besorgt werden. Es braucht ja nicht jeder mit einem Garten auch einen eigenen Rasenmäher – der kann mit dem netten Nachbarn geteilt werden. Auch kann die Lebensdauer von Gegenständen durch ihre Reparatur verlängert werden.

Recyceln. Im Recyceln ist die Schweiz Weltmeisterin – rund die Hälfte des produzierten Abfalls wird in der Schweiz entsorgt (s. BAFU, 2016). In gewissen Gemeinden kann selbst das Plastik recycelt werden. Zwar ist Entsorgen toll und heutzutage sogar ein lukratives Geschäft. Aus dem Abfall kann beispielsweise wieder Energie produziert. Hierzu werden jedoch giftige Stoffe in die Atmosphäre abgegeben. Zum Teil wird aus den recycelten Produkten auch ein neues Produkt hergestellt. Zu Bedenken ist, dass diese Herstellung wiederum Energie benötigt. Bei gewissen Recyclingprodukten findet zudem ein so genanntes Downcycling statt, eine Umwandlung in ein qualitativ weniger gutes Produkt, das nicht für alles eingesetzt werden und selbst meist nicht mehr recycelt werden kann. Schliesslich können längst nicht alle Produkte recycelt werden.

Kompostieren. Dies betrifft unsere organischen Abfälle. Kompost kann beispielsweise den Boden mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Das ist toll, aber auch den eigenen Kompost gilt es zu reduzieren und zwar insbesondere durch die Reduzierung des Foodwaste. Da besteht grosser Handlungsbedarf. So werden gemäss www.foodwaste.ch in der Schweiz pro Person jährlich 300 kg Lebensmittel weggeworfen – 45% dieser Abfälle entstehen in privaten Haushalten.

Was nach Berücksichtigung der 5 R übrig bleibt, ist der eigentliche Abfall. Bei Bea Johnson füllt der jährliche Restabfall nur ca. die Hälfte eines Gurkenglases.

Die 5 R sind allgemeingültige Prinzipien. Die Umsetzung dieser Prinzipien kann jedoch je nach Thema und Produkt in jedem Land, zum Teil auch in jeder Gemeinde, anders ausfallen. Beispielsweise gibt es in den USA Ladenketten wie Whole Foods oder Gus’s, die eine Bandbreite an Produkten im Offenverkauf anbieten. In der Schweiz sind vergleichbare Läden erst am kommen und längst nicht in allen Kantonen verfügbar. Jemand, der auf dem Land wohnt, kann gegebenenfalls beim Nachbarsbauer Gemüse oder Früchte beziehen. Jemand, der in der Stadt wohnt, muss dafür andere Wege suchen.

In diesem Blog wird auf diese 5 R eingegangen und es werden, insbesondere auf den Raum Bern bezogen, verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten dargelegt.

Literatur

Bundesamt für Umwelt BAFU (2016). Abfallstatistiken: Daten des Jahres 2015. Download unter https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/abfall/zustand/daten/Abfallstatistiken_2015.html

Johnson, B. (2016). Glücklich leben ohne Müll! Reduziere deinen Müll und vereinfache dein Leben. Kiel: Verlag Ludwig. Erhältlich beispielsweise bei http://www.buch.ch

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