Wiederverwendbare Beutel

Eine einfache Möglichkeit den eigenen Abfall zu reduzieren, liegt darin, beim Einkauf nicht jedes Mal ein neuen Plastikbeutel zu verwenden, sondern einen wiederverwendbaren Beutel selbst mitzunehmen. Den Beutel kann man für alles einsetzen, das man im Offenverkauf bekommt, also beispielsweise für Früchte, Gemüse, Brot, zum Teil auch Nüsse.

Bislang habe ich ausschliesslich positive Erfahrungen gemacht, wenn ich mit meinen selbst gemachten knallroten Beutel daher gekommen bin. Und zwar hatte nicht nur die Verkäuferin am Marktstand Freude, sondern auch jene im Coop. Scheu ist hier also fehl am Platz. Neu wird der Verkauf von wiederverwendbaren Beuteln auch von Grossverteilern gefördert. So hält die Migros seit kurzem die Veggie-Bags im Angebot (s. unten).

Die Beutel kann man entweder selber machen oder kaufen. Für den Bauernmarkt eignen sich eigentlich alle Materialien, sofern sie nicht fusseln. Wenn man die Produkte im Beutel behalten, also zu Hause nicht in einen anderen Behälter verschieben will, ist es insbesondere bei Früchten und Gemüse ratsam, wenn der Beutel atmungsaktiv ist. Dies wird erreicht durch die Netzstruktur der Beutel. Dadurch bleiben die Produkte länger frisch. Beim Brot ist die Netzstruktur weniger geeignet, da dann Brösmeli entweichen können.

Will man den Beutel jedoch beim Grossverteiler verwenden und das Preisetikett drauf kleben (ist dann nicht ganz Zero Waste, ich weiss), eignen sich am besten Beutel, die aus Baumwolle und durchsichtig sind. Auf Polyester kleben die Preisetiketten nicht so gut. Zudem möchte das Verkaufspersonal wohl sehen, ob der Inhalt des Beutels dem Etikett entspricht. Wer jedoch an der Self-Checkout zahlt, kann dieses Problem umgehen.

Selber machen

Ich hab bereits ein paar knallrote Säckli selbst genäht. Damit ihr seht wie ich vorgegangen bin, demonstriere ich es euch mit einem alten T-Shirt. Es wird eher kleine Säckli geben, da das T-Shirt eher kurz geschnitten war. Ich empfehle jedoch grundsätzlich verschiedene Formen an Säckli zu produzieren, damit man sie auch für verschiedenes einsetzen kann.

IMG_3094

Schritt 1: Stoff ausschneiden

Ich habe versucht mit einem weissen Kreidestift und mit Lineal zu markieren, wo ich schneiden soll. Das hat nur bedingt geklappt, ist aber auch nicht unbedingt notwendig. Alternativ kann man auch die Ärmel und die Naht wegschneiden, so dass man möglichst viel Stoff verwenden kann, dann den Stoff falten und das ganze in eine möglichst rechteckige Form bringen. Wie in Abbildung x deutlich dargestellt, hatte ich neben fehlender Kompetenz und Perfektionsbedürfnis beziehungsweise Geduld, auch keine so gute Schere zur Hand.

IMG_3096

Schritt 2: Hilfsfaden zur Hilfe!

Es empfiehlt sich mit einem Hilfsfaden grob die Beutel zusammen zu nähen, bevor man konkret wird. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Seiten auch aufeinander bleiben, wenn sie schlussendlich vernäht werden. Die Seite, des Stoffes, die man beim Endprodukt aussen haben möchte, sollte beim Nähen drinnen sein. Dadurch wird die Naht nicht sichtbar. Es lohnt sich den Hilfsfaden nicht genau dort anzubringen, wo man nähen will, da dieser nach dem Nähen entfernt wird. Das wird dann etwas mühsam.

IMG_3099

Schritt 3: Die beiden Seiten vernähen

Ich habe das mit der Nähmaschine gemacht. Das geht schneller. Man bringt die Beutel jedoch auch ohne Nähmaschine fertig. Danach wird der Hilfsfaden entfernt.

IMG_3101

Schritt 4: Vorbereitung Verschluss

Hierzu wird der Rand am oberen Ende umgelitzt (ca. 3 cm) und wieder eine Hilfsnaht angebracht.

Schritt 5: Den Rand vernähen

Schritt 6: Schnur anbringen

Am Schluss an einer Seite einen Schlitz machen. Es sei denn man hat vorher daneben genäht, dann hat sich die Öffnung bereits ergeben. Die Schnur habe ich mit einer Nadel eingeführt (s. Abbildung x). Jeweils am Schluss jeder Öffnung sollte ein Knoten in die Schnur gemacht werden, damit sich der Faden nicht von selbst verabschiedet.

IMG_3103

Personen mit wenig Näherfahrung empfehle ich keinen elastischen Stoff zu verwenden, da der Stoff beim Nähen verzogen wird. Das ist nur was für Fortgeschrittene.

Ich denke, damit habe ich bewiesen, dass jeder und jede dazu in der Lage ist, ein Säckli zu nähen. Nadeln und Faden sind nicht teuer. Ich leihe aber gerne mein Material inkl. Nähmaschine aus.

IMG_3106

Für zwei dieser Säckli hatte ich rund zwei Stunden. Mit dem Nähen bin ich aber nicht so versiert, wie ihr gesehen habt.

Kaufen

Wenn jemandem dieser Aufwand dennoch zu hoch ist, kann die auch Beutel kaufen. Diese gibt es an verschiedenen Verkaufsstellen, beispielsweise …

  • … die Veggie Bags von der Migros: sie sind transparent und aus Polyester. Integriert ist ein Stück Stoff, das für die Preisetiketten vorgesehen ist.
  • … Take5nets beim Egli. Die sind auch transparent und aus Polyester. Die Preisetiketten kleben auf diesem Material nicht gut.
  • … RE-SACK. Erhältlich online: https://www.waschbaer.ch/shop/baumwollbeutel-obst-und-gemuese-3er-set-27738. Sie sind aus Baumwolle.

Unter folgender Website findet ihr einen Vergleich verschiedener Einkaufsbeutel für Gemüse und Früchte: http://www.afriska.ch/blog/wiederverwendbare-taschen-fuer-gemuese-fruechte

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s